00:00:12: Hallo und herzlich willkommen zu Liedgedanken dem Podcast über Kirchenmusik.
00:00:15: Mein Name ist Daniel Postsich, aber ich als Kirchen Musiker für die Neuerpustolische Kirche Nord- und Ostdeutschland.
00:00:20: Und ich begrüße den Berliner Dirigenten und Koaliter Volker Hedfeldt!
00:00:28: Wir sind weiter auf unserem Weg mit Paul Gerhard zu Paul Gerhart und in diesem Jahr ist der Maijahr mal wieder recht voll mit Feiertagen.
00:00:37: Wir feiern demnächst zuerst Himmelfahrt und anschließend auch das Pfingstfest.
00:00:42: Und dies nehmen wir doch mal zum Anlass, um über ein Pfingstext von Paul Gerhards zu sprechen!
00:00:48: Ja da stimmt.
00:00:49: aber bevor wir das machen und auf das Stück schauen lass uns doch zuerst einmal über das Pfingsfest an sich sprechen.
00:00:58: Na
00:00:58: dann hast du dir aber echt was vorgenommen?
00:01:00: Naja wenn wir über Pfingsten sprechen dann meinen wir hier das Geschehen ich es in der Postegeschichte besprochen wird die Sendung des Heiligen Geistes auf die Apostel der Urkirche.
00:01:12: Wir feiern das heute immer fünfzig Tage nach Ostern!
00:01:18: Ganz genau, jedoch war das mit dem Pfingsten Feiern nicht immer so.
00:01:24: Aber gerade wir in den Neu apostolischen Kirchen akzentuieren das Pfingsfest schon besonders da die konkrete Wirkraft des Heilige Geistes durch die Gaben des Heiliges wie Paulus ja in seinen Briefen beschreibt also Profitie oder Zungenrede.
00:01:39: Das sind ja bedeutende Elemente, die zur Entstehung der apostolischen und sprich der Neu-Apostolischen Kirche im neunzehnten Jahrhundert beigetragen haben.
00:01:48: Naja diese pentakulstalen Elemente werden hier heute aber nicht mehr so praktiziert oder gar
00:01:56: nicht mehr.
00:01:58: Sagen wir mal, zumindest in der neuerpastolischen Kirche findet man sie heute nicht mehr.
00:02:03: Ich habe in meiner Studienzeit einmal ein Gottesdienstbesuch von einer Pfingstgemeinde und habe da wirklich und live und in echt Zungenrede erlebt.
00:02:16: Wirklich?
00:02:17: Wie war das?
00:02:22: Also musste die Szenerie vorstellen wie einen ganz klassischen Gottesdienste eher schlicht ein Gemeindesaal.
00:02:30: und dann viel plötzlich eine Gottesdienstbesucherin
00:02:34: so
00:02:36: von ihrem Stuhl.
00:02:37: Und viel auf den Boden, als hätte sie sowas wie einen epileptischen Anfall und fingen an laute von sich zu geben also zu brabbeln und zu rufen.
00:02:50: zweitens in der Sprache die ich nicht mal als irgendeinen Sprachmix identifizieren konnte.
00:02:56: Und dann war sie halt irgendwann so ein bisschen weggetreten.
00:03:02: und dann kam jemand anderes aus dieser Gemeinde und trat nach vorne vor den Altar.
00:03:07: Er hat eine Übersetzung geliefert.
00:03:13: Fragt mich jetzt bitte nicht mehr, das ist schon echt lange her worum es da genau ging.
00:03:18: aber mich beeindruckt diese Erinnerung bis heute und ich musste immer wieder daran denken.
00:03:27: Zum Glück sehen unsere Götze in Zesojan nicht mal zu Pfingsten aus.
00:03:33: Aber schauen wir doch vielleicht auf das Pfingstfest der Umkreis von Paul Gerhardt und den soll es ja heute schließlich auch gehen?
00:03:41: Ja, und vielleicht gehen wir kurz weg vom Pfingste fest als solchen aber die Bedeutung von Pfingston und dem Heiligen Geist.
00:03:50: und naja da ist es irgendwie immer sinnvoll auf Martin Luther zu schauen.
00:03:54: Wir haben jetzt schon mehrfach festgehalten Paul Gerhardt ja da in einer starken Tradition steht.
00:04:00: Ja, und bei Luther und Pfingsten bin ich dann immer sofort wieder bei Bach.
00:04:06: Komm Heiger Geist, Herr Regott!
00:04:08: In der Bastion Vertonungs dieser Choral so schön erabnet Größe um Kraft und Schutz und stellt Verbindung dar – auch denke ich bei Bach natürlich an die Mutetten.
00:04:22: Lass mich bitte ganz genau da einhaken wo ich gerade schon bei Schwenken aus meiner Jugendzeit bin.
00:04:31: Ich habe auch in meinem Studium mit die große Freude und Ehre gehabt, alle sechs noch erhaltenen und Bach zugeschriebenen Motetten mit einem professionellen Chorsomal zu arbeiten und sie im Rahmen der Stuttgarter Bachfestess mehrfach aufzuführen.
00:04:46: Und wir haben das Ganze über einen Monat geprobt Mit Hans-Christoph Rademann als Dirigent Der sehr kundig ist mit allem was so Bach und das, was er gelesen hat wie seine Bibliotheke aussah.
00:04:59: Was er geglaubt hatte usw.
00:05:01: Und Rademann erzählte uns... Also es gibt noch die Original-Bibel in der Bach gelesen hatten, in die er Anmerkung gemacht hat Die Karllauer Erklärungsbibel und dort findet er einer oder fand man einen Notiz Der ist um den heiligen Geist geht der Verbindung zwischen dem Gläubigenschaft also Verbindung im Sinne von einem Band, das alle Gläubigen verbindet durch eben die Taufe und den Heiligen Geist.
00:05:32: Und deshalb so rate man zumindest findet man ganz oft wenn es um den Geist geht in den Motetten solange sechzehntel Ketten, Koloraturelemente und ein Beispiel dafür ist zum Beispiel dieses Fugenthema Die Gemeine der Heiligen aus besingendem Herrn.
00:05:52: Also so oft wie hier über Podcasts in unseren Podcasts über Bach sprechen und seine Motette.
00:05:58: Eigentlich müsste man einmal eine Bach-Motette, auch mal noch speziell der Nämtlik nehmen.
00:06:05: Das ist nämlich alles so spannend und so schön!
00:06:08: Und trotzdem entfernt es uns ziemlich von unserer Ausgangsfrage nicht.
00:06:13: Ja ja, nein... Für Luther und auch für die Reformatoren in der Schweiz war der Heilige Geist schon von besonderer Bedeutung.
00:06:25: Und vielleicht verdeutlicht das ein Zitat aus dem sogenannten kleinen Kattichismus.
00:06:45: im Evangelium beziehungsweise durch das Evangelium und seine Verkündigung, also die Predigt.
00:06:53: Er ist dann auch recht dogmatisch bei Gerhardt und dann auch später bei Bach wird der Heilige Geist oder wird die Wirkkraft des Heiligen Geists ein bisschen aufgefächert und da geht es auch um die seelsorgerische Seite.
00:07:12: Also die Verbindung der Gemeinde, das Eins sein.
00:07:19: Das finden wir auch in der Apostelgeschichte, dass der Heilige Geist tröster ist.
00:07:27: Da sind ja alles eher so neuere Dinge beziehungsweise Sachen die dann mehr in den Fokus rücken.
00:07:32: in der späteren Generation und ich würde sagen, dass dadurch der Heiliger Geist durchaus mal griffiger wird hat mehr mit mir.
00:07:40: um meinem Alltag zu tun erbahnt sich genau Wie Gerhard Lieder damit ja auch seinen Weg raus aus den Kirchen und rein in das Leben, in die häusliche Gemeinschaft.
00:07:51: In der Arbeitswelt und da sage ich nur Stichwort Piatismus also ein christliches Leben außerhalb der Kirche.
00:08:00: Und wenn man sich damit mal intensiver beschäftigen möchte dann gibt es ein schönes Buch dass ich es empfehlen kann Jörg Lauster Der heilige Geist eine Biografie die beschäftigt sich eben genau mit der Rolle des Heiligen Geistes in der Kirche und der Kirchengeschichtung von der Urkirche bis ins zwanzigste Jahrhundert.
00:08:21: Okay,
00:08:22: danke für den Tipp!
00:08:23: Du sagtest gerade Tröster – da bin ich auch wieder bei Luther – und seinem heiliger Geist du-Tröster mein.
00:08:33: Luther hatte hier den Text nach der Sequenz Wenysante Spiritur geschaffen.
00:08:40: Genau, und damit steht er neben der Übersetzung des Himmels wenigreater Spiritus beziehungsweise dem von dir erwähnten Komheiger Geist und Herrregott.
00:08:49: Wollen wir hier gattungsgeschichtlich einsteigen und den Unterschied zwischen Himmel und Sequenz erläutern?
00:08:54: Ja das hättest du gerne!
00:08:56: Aber das führt dann vielleicht doch ein bisschen zu weit.
00:08:58: Wir belassen es vielleicht bei der Feststellung dass Luther die beiden zentralen katholischen Gesängen zum Pfingstfest behalten wollte weshalb er sie ins Deutsche übersetzt
00:09:09: hat Ja gut, dann belassen wir es halt dabei.
00:09:14: Dann möchte ich jetzt anmerken dass das eine ziemlich lange Vorrede war.
00:09:19: aber bevor wir jetzt wirklich echt den Stück einsteigen Volker was macht denn für dich so das Pfingstfest eigentlich aus?
00:09:27: Macht es überhaupt was für dich aus?
00:09:30: Also Pfingsten... Ich lass mal Gedanken später durch Das erste was mir einfällt Sprachverwirrung Geburtstag der Kirche natürlich.
00:09:42: Aber dann auch das universelle, dass der Heilgegästen einsprachend von allen verstanden wird sogar von denen die Spotten, denn da gab es ja auch welche, die sagten sie sind voll des süßen Beines und so... Dann ist Finks Neide auch für mich das zweite Fest nach Oster.
00:10:05: also da gibt's schon Ja ich lass das mal so stehen
00:10:11: Es ist interessant, dass du Sprachverwirrung sagst.
00:10:15: Ich lese für mich Pfingsten eigentlich immer als das Ende der Sprach-Verwirrungen und es gibt ja die Geschichte des alten Testaments vom Turmbau zu Babel.
00:10:31: Ausgangspunkt für die Sprachförwörung, vermeintliche Ausgangspunkt für die sprachförwerbung und dann die Zusammenführung durch den Heiligen Geist.
00:10:39: Da hätten wir wieder das Element Der Geist, die gläubig miteinander verbindet in dem... ...die mit dem Geist empfangenen Apostel zu allen Predigen egal welche ihre Muttersprache ist.
00:10:52: Aber finde ich spannend!
00:10:54: Ich gucke oder ich fühle dieses Finkstfest eigentlich aus so einer musikalischen Dimension und ich bin da ganz schnell bei Olivier Messien der eine seine Orgelmessen für das Pings festgeschrieben hat und da geht es um die freurigen Zungen, die vom Himmel kommen.
00:11:16: Aber bitte nötige mich jetzt nicht, da die korrekte französische Titelangabe auszusprechen denn zum einen habe ich sie nicht vorliegen, zum anderen würde ich trotz mittlerweile zweiundachtzig Tage Bubble-französisch Anfängertraining glaube ich noch immer nicht mir keinen Gefallen mit tun.
00:11:37: Sprechen wir lieber über der Geist, den Gott vom Himmel gibt.
00:11:40: Es steht im bestulischen Gesangbuch unter der Nummer seventy-eight.
00:11:45: Genau und dann sprechen wir aber zuerst darüber dass das Lied eigentlich so gar nicht heißt was hast du mir vorgespräch schon erzählt?
00:11:56: Und das ist natürlich verwunderlich denn immerhin liegt es ja genauso hier vor uns.
00:12:02: Naja wo soll ich anfangen?
00:12:03: also Die Autoren des NAK Gesangungsbuches Zwei-Tausendfünf stellen mich da immer wieder vor große Aufgaben, also zumindest vor großer Rechercheraufgaben.
00:12:17: Sagen wir es mal wie's ist ein Lied mit dem Titel der Geist den Gott vom Himmel gibt nach einem Text von Paul Gerhardt?
00:12:26: Den gibt es so nicht Aber Es gibt Das Lied von Gerhardt, das heißt Gottvater sende deinen Geist.
00:12:37: und dort finden wir in der zehnten Strophe tatsächlich den Text, den wir unter NGB seventy- acht Strofe einsfinden.
00:12:46: Und nachdem dann auch das Stück benannt ist die Melodie ist jedoch eine ganz andere wobei Klammer auf Paul Gerhard keine eigene Melodie für diesen Text bekam dass wir immer schon eine Kontrafaktur.
00:13:00: Aber die kühne Idee der Gesangbuchautoren geht ja jetzt noch weiter.
00:13:03: Also anstatt nur die Melodie, die zu Gottvaters Ende deinen Geist verwendet wurde, weiterzuverwenden, bedient man sich einer neu zeitlichen Kontrafaktur also eine neu geschaffenen Melodie und die aber eigentlich für einen anderen Text entstanden ist.
00:13:22: Und die war im Jahr zwei Tausend Fünf noch völlig unbekannt weil sie eben von Wolfgang Lack neu komponiert wurde und eigentlich zum Lied, wir bitten dich durch Jesuem Christ gedacht war.
00:13:31: Also wir haben hier vier Strophen aus einem Paul Gerhard-Gedicht das eigentlich sechzehn Strophens hat.
00:13:41: die Reihenfolge ist völlig durcheinander gebracht und wir haben eine ganz neue Melodie und daraus entstand dann NGB seventy acht.
00:13:49: Das ist echt ein starkes Stück könnte man sagen.
00:13:55: nichts desto weniger wäre es irgendwie schön, wenn wir jetzt auch über diese vier Strophen im NRK Gesamtbuch sprechen könnten.
00:14:05: Ich lese uns mal die erste Strophe vor Den Geist den Gott vom Himmel gibt Der leitet alles was ihn liebt auf wohlgebahnten Wegen.
00:14:16: Er setzt und richtet unseren Fuß Dass man nicht anders treten muss als wo man findet singe.
00:14:27: Und soll ich Dir sagen was mir daran gefällt?
00:14:30: Dieser Text spricht vom Leiden und Weisen, nicht von Befehlen und Steuern.
00:14:36: Er setzt den Fuß so, dass wir entspannt treten können ohne zu steupern.
00:14:40: aber er zwingt uns nicht in diesen Weg!
00:14:44: Und so komme ich zum halben Geist der macht uns nicht willendos, der fühlt uns zum Segen.
00:14:52: Das ist ein wunderschöner Gedanke und lass mich dem gerne folgen.
00:14:57: wenn ich mir den text durchlese dann lese ich daran aber auch, dass eben nicht jeder Schritt den wir tun so in dem absoluten Maß vorherbestimmt ist.
00:15:08: Das setzt aber auch eine Bedingung voraus.
00:15:12: Also du musst ihn schon lieben!
00:15:15: Du musst ihn an dich ranlassen damit erwirken kann.
00:15:21: und
00:15:23: ich möchte gerne dagegen so ein bisschen auch mal Originaltext sprechen nicht in allen sechzehn Strophen, aber in Auszügen um ein bisschen zu zeigen wo dieses Lied eigentlich dann auch noch hingeht.
00:15:38: Ich lese mal die ersten vier Strophens am Stück vor Gottvater sende dein Geist der uns deinen Sohn erbitten heißt aus deines Himmels Höhen.
00:15:49: wir bitten wie ihr uns gelehrt lass uns doch ja nicht unerhört von deinem Drohne gehen.
00:15:58: Zweite Strophe Kein Menschenkind hier auf der Erde ist dieser edlen Gabewert.
00:16:04: Bei uns ist kein Verdienen.
00:16:07: Hier gilt gar nichts als lieb und gnaht, die Christus uns verdient hat mit Büßen und Versünen.
00:16:15: Dritte Strophe Es jammert deinen Vatersinn Der große Jammer da wir hin durch Adams Fall gefallen.
00:16:23: Durch dieses Fallen Ist Die Macht des bösen Geistes.
00:16:26: Leider bracht Auf ihn Und auf uns allen.
00:16:32: Wir halten her an unserem Heil und sind gewiss, dass wir dein Teil in Christo werden bleiben.
00:16:37: Die wird durch seinen Tod und Blut des Himmels Erb und Höchstes gut zu haben treulich glauben.
00:16:45: Womit haben wir es hier zu tun?
00:16:46: Es ist eigentlich ein rituelles Lied.
00:16:50: Typisch ist ja auch die ganzheitliche Betrachtung.
00:16:55: Das haben wir zu allen hohen Festtagen, das sie begleitet werden Flange und viele Bibellesungen.
00:17:01: Und da geht es immer eigentlich um die Betrachtung des gesamten Menschheitsgeschichte, also über Schöpfung und so einen Fall bis hin zum individuellen Tod.
00:17:13: Was für mich hier deutlich wird, dass für Gerhard der Heilige Geist untrennbar verbunden ist mit Jesus dem Christus.
00:17:26: Vielleicht wollen wir einmal reinhören, wie sich das so anhört mit der Melodie, die ursprünglich mal dazu diesem Text gesetzt wurde.
00:17:56: dass er nicht anders treten muss, als oh man find den Sieg.
00:18:12: Ist ja mal eine ganz spannende und auch sehr mysteriös eichharische Melodie
00:18:19: Und ich finde sie passt zu Pfingsten.
00:18:21: also wenn du mich fragst.
00:18:23: Magst Du mit der zweiten Strophe aus dem NGB Text fortfahren?
00:18:27: Gerne!
00:18:29: Sein Geist hält unser Glaubenslicht, wenn alle Welt da wieder ficht mit Sturm und vielen Waffen.
00:18:38: Und wenn auch gleich der Fürst der Welt selbst wider uns sich legt ins Feld – so kann er doch nichts schaffen!
00:18:48: Jetzt sind wir also im Kampf und beim Teufel angekommen?
00:18:54: Das zeigt ja auch das Lied in seiner Ganzheit wirklich ein riesen Bogen-Spant.
00:19:02: Spannend ist ja, dass das Lied des Glaubens nur ein wenig später zum Licht der Aufklärung und der Vernunft wurde.
00:19:11: Auch da ist der Heilige Geist vielleicht gar nicht soweit weg.
00:19:16: Das ist jetzt aber eine sehr verwegener Gedanke!
00:19:18: Aber ich gebe zu, dass er mir gefällt... Was du jetzt vorgelesen hast, ist bei Gerhard eigentlich die Strophe sechs und die nächsten drei Strophen also sieben, acht und neun folgen dem Weg von Kampf und Teufel, aber auch vom Licht weiter.
00:19:35: Und ich finde das immer so schön, dass Gerd es nicht dabei belässt einfach einen Punkt anzustoßen und dann ihn wirklich durch exerziert.
00:19:42: Deshalb kommen jetzt mal unkommentiert die nächsten Strophe.
00:19:45: Ich starte mit Strophe sieben.
00:19:48: Wo Gottes Geist ist?
00:19:49: Da ist Sieg!
00:19:50: Wo dieser Hilf?
00:19:51: da wird der Krieg gewisslich wohl ablaufen.
00:19:55: Wo is doch Satan's reichen Stand?
00:19:58: Wann Gottes Geis erhebt die Hand fällt alles übern Haufen.
00:20:03: Achtestrofe!
00:20:05: Er reist der Höllenband in zwei, er tröst und macht das Herze frei von allem was uns kränkelt.
00:20:11: Wenn uns des Unglücks Wetter schreckt, so ist es, der uns schützt und deckt viel besser als man
00:20:17: denkt.".
00:20:19: Und die neunte Strophe?
00:20:28: hält über uns ein Schild und wacht, dass seine Herd in tiefer Nacht mit Ruhe-und
00:20:32: Friedenschlafe.".
00:20:35: Ich finde das so schön.
00:20:38: Es gibt hier auf einmal alles nochmal mehr Sinn!
00:20:43: Und da kann man dann leider nur mit dem Kopf schütteln wenn man an diese viel zu kurze Versionen unserem Gesangbuch denkt.
00:20:53: Ja aber ehrlicherweise sagen wir daher auch nichts Neues.
00:20:59: Diese Paul-Gerr-Texte sind ja wirklich nicht einfach nur zum Selbstzweck lang, weil die Menschen damals noch nicht so viel Armbanduhren hatten oder noch nicht zu schnell gelangweilt waren.
00:21:10: Oder das Gefühl hatten hey bei einem drei Stunden dauernden Gottesdienst müssen wir wenigstens eine dreiviertel Stunde Gemeinde kuräle singen.
00:21:19: Ich glaube schon dass es auch darum ging sich wirklich intensiv mit etwas wie einer Lied Theologie zu beschäftigen und den Menschen das auch echt mit nach Hause zu geben.
00:21:32: Na ja gut, aber lass uns versuchen jetzt die Abfahrt von der Zynismus-Autobahn zu nehmen?
00:21:38: Ja
00:21:39: genau, wollte ich auch gerade sagen und gleichzeitig großes Verständnis dafür, aber ich halte jetzt mal mit Paul Gerritz dritter Strophe also der dritten Strophe in unserem Gesangbuch so rum nicht.
00:21:52: Da ging oh seelig.
00:21:56: wer in dieser Zeit lässt bauen diesen Geist?
00:22:19: Ja, ich
00:22:28: denke jetzt spontan auch noch an Ein zweiter Weg, das zu lesen.
00:22:33: Also zum einen die Unterscheidung von Zelt und Hütte.
00:22:37: Das zelt pack ich ja ein.
00:22:38: mit dem Zelt bin ich auf der Reise Mit dem Ausblick auf die ewige Freude Das ist ja was Beständiges.
00:22:47: also die hüttekottes bei den menschen das neue Jerusalem das ist ja etwas was wir in den letzten büchern der Bibel so lesen.
00:22:53: Also da sehe ich sowohl eine positive ästhetologische Aussicht.
00:22:59: Aber auch so ein bisschen diesen Vanitas, diesen Vergänglichkeitsgedanken.
00:23:04: mit dem Zelt bleibe ich ja nicht an einem Ort und das zelt ist ja auch anfällig gegen Stürme und Wetter und Starkregen und was weiß ich nicht alles.
00:23:15: und dazu passt dann ja auch in anderer Paul Gerhard Text der heißt wir sind nur Gast auf Erden.
00:23:22: Übrigens, bitte nicht verwechseln mit dem in NAK-Kreisen bekannten Core Lead.
00:23:27: Ich bin ein Gast auf Erden.
00:23:28: Das klingt ähnlich und geht nimmt aber eine andere Richtung.
00:23:32: Ja Damen, lass uns jetzt doch mal kurz konsequent sein und dieses Bild der Wanderschaft ernst nehmen!
00:23:40: Die Zeit wird hier gerne an unterschiedlichen Orten aufgeschlagen.
00:23:44: ich verändere also durchaus meine Position.
00:23:47: Da steckt ja auch gewisses Entwicklungspotenzial drin.
00:23:53: Ja, dieser Geist könnte man ja sagen.
00:23:56: Der Inus wirkt ist auch in uns in Bewegung
00:23:58: und ich
00:23:59: weiß nicht kurz persönliche Note wie die das so geht aber es ist ja schon so... Man wird jeden Tag ein Stückchen älter und man kommt ja auch in neue Haltungen und Positionen mit Blick auf sowohl das Alltagsgeschehen als auch den Glauben und ich glaube dass dadurch aus Es von großem Vorteil ist, dass man nicht star in einer gedanklichen Linie bleibt.
00:24:31: Und jetzt noch ein biblischer Bezug an den ich denken muss nämlich an die Geschichte vom Berg der Verklärung, also die Verklärungen Jesu.
00:24:41: Ich habe kürzlich einen Predigtbeitrag dazu gehört, den ich sehr schamant fand und der Predigende sagte naja das spannende für ihn an der Geschichte sei ja dass die Jünger gerne Hütten bauen wollen an diesem Berg der Verklärung.
00:24:58: Jesu sagt, nee macht er nicht und ich glaube das da auch diese Idee drin steckt, dass wir uns da nicht fixieren sollen an diesem einen Platz.
00:25:13: Das wissen sie vielleicht auch nicht zu bequem machen sollen an der Stelle wo sich gerade mal etwas aufgetan hat Und da steckt dann auch wieder so eine seelsäugere Dimension drin zu sagen, hey es kann dir heute in deinem Glauben richtig gut gehen.
00:25:26: Es kann aber auch genauso gut sein dass du morgen mit dem gleichen Glaubens in einer heftigen Krise oder Anfechtung steckst und da ist es schon auch sinnvoll das dieses Geisteswirken als so eine bewegende Kraft in sich zu haben.
00:25:51: Das können, glaube ich da nur die ganz Großen.
00:25:53: So wie Paul Gertich doch sehr begeistert.
00:25:57: Dann lassen wir diese Begeisterung jetzt feiern indem wir in der Einspielung der vierten NAK-Strophe mit der dazu abgedruckten Melodie hören
00:26:33: und
00:27:07: weil das so schön ist möchte ich es gerne nochmal vorlesen er isst und bleibt stets getreu Tode bei, wenn alle Dinge fallen.
00:27:16: Er ändert unsere letzte Qual und lässt uns durch das Todestal getrost zum Himmel
00:27:21: wallen.".
00:27:22: Also die Strophe könnte man ja auch wunderbar zu einer Beerdigung singen.
00:27:27: Aber so wie es sich für einen echten Paul Gehr hat – wie wir ihn bis jetzt ja auch kennengelernt haben gehört -, wird jeder Einzelaspekt oder Teilaspekt in seiner Liedtheologie unter den ganz großen Bogen, das habe ich eingangs schon gesagt, des Lebens gestellt für uns als Christianin von einer wirklich elementaren Bedeutung.
00:27:51: Also er ist und bleibt stets getreu, er bleibt uns auch im Tode bei gerade dort wo Menschen dieses Leben verlassen.
00:28:01: und wenn sie dieses Leben verlassen viel zu jung unverschuldet verunfallt gewaltsam zu Tote gekommen Opfer von Krieg oder diese Liste könnten wir so beliebig erweitern.
00:28:14: Zu all diesen Menschen
00:28:15: steht
00:28:16: Gott wenn man jetzt dem Liedtext folgt.
00:28:19: Da ist keine Rechtfertigung drin und da ist kein Bevorzug von Frommen, von Wohlträgen usw.
00:28:25: Also da ist so etwas was diese universelle Gottesliebe ausdrückt steht da drin.
00:28:31: und wenn wir mal ehrlich sind das einzige was man auch dann sagen kann also wir können ja nicht begründen warum das in jenes passiert ist alles was wir sagen können und es ist eigentlich gar nicht so wenig ist... Gott ist da!
00:28:47: Du machst diesen Weg nicht allein und das finde ich toll, auch wenn man jetzt über den letzten Satz in dieser Strophe ein bisschen stolpern
00:28:54: kann.
00:28:56: Ja, das ist dann die typische Haltung der
00:28:58: sogenannten
00:28:59: AS-Morenndi also der Sterbekunst.
00:29:04: Du hast ja vorhin schon von dem Vanitas Gedanken
00:29:08: gesprochen.
00:29:10: Diese beiden Begriffe sind hier unbrennbar voneinander verbunden.
00:29:16: Wenn wir an Gerhard's Testament
00:29:19: Denken,
00:29:20: aus dem wir in einer vorigen Folge hier bereits zitiert haben.
00:29:24: So ist das Durchleben des Todes mit dem Erleben der anschließenden Herrlichkeit ja definitiv ein wichtiger Bestandteil des Lebens gewesen.
00:29:35: Wenn ich mir den Augen von heute draufschau, geht es für mich hier aber nicht um Todessehnsucht sondern um eine Gottessehensucht und im Wunsch...
00:29:46: Das
00:29:47: was ich erahne auch durch diesen heiligen Geist wahrhaft zu
00:29:52: erleben.
00:29:54: Ja, das ist sehr schön!
00:29:57: Bevor wir jetzt über die Musik sprechen würde ich jetzt gerne ein letztes Mal noch auf zwei Strophen zu sprechen kommen, die auch von den sechzehn Strophens nicht beschafft haben.
00:30:14: in unser Gesangbuch
00:30:17: bzw.,
00:30:19: Schlussstrofe, die ich vorhin vorgelesen habe ist im Original-Strophe vierzehn von sechzehn.
00:30:25: Und die hat es zumindest nicht ohne eine Änderung geschafft.
00:30:30: und lasst mich nochmal das Original...die Original-Sproche vorlesen.
00:30:34: Der Anfang ist gleich Er ist und bleibt stets getreu.
00:30:38: er steht uns auch im Tode bei so wenn alle Dlingen abstehen.
00:30:42: er lindert.
00:30:43: unsere letzte Qua lässt uns hindurch in Himmels Saal getrost und fröhlich gehen.
00:30:50: Und die Strophe, die jetzt fehlt ist die Abschlussstrophe des Gerhard Textes.
00:30:53: Also die Original-Strophe sechzehn.
00:30:57: Nun Herr und Vater aller Güte, hör unseren Wunsch!
00:31:01: Geuys ins Gemüt uns alle diese Gabe.
00:31:05: Gib deinen Geist der uns all hier regiere und dort für und für im ewigen Leben
00:31:11: habe.".
00:31:13: Ich möchte betonen das es Wort geuys heute viel zu selten in der deutschen Sprache verwendet wird Aber ich glaube, es hat wenig Chance darauf sich durchzusetzen.
00:31:23: Was ich spannend finde ... Dieser Geist erscheint in der Schlussstrufe eine Art Doppelfunktion.
00:31:30: Er ist sowohl Tröster und Regierer im irdischen Leben aber auch Partner oder Begleiter in die Ewigkeit hinein.
00:31:42: Der hört also mit dem Tod nicht aufzuwirken.
00:31:46: Sehr schön!
00:31:47: Da nimmt uns Paul Gerhard hier fast die Arbeit eines Fazits ab.
00:31:53: Dennoch möchte ich gerne noch kurz über Musik sprechen, warum?
00:31:57: Kurz Die Melodie ist ja weder historisch gewachsen und noch für diesen Text erdacht worden.
00:32:04: Sie stammt vom Wolfgang Lack den ich privat- und musikalisch sehr schätze.
00:32:12: sie ist zu dem Text Wir bitten dich durch Jesu'n Christ entstanden.
00:32:17: Ich finde es eigentlich ganz schön, sich ist unaufgeregt trotz ihres Anfangs der den gesamten Ambitus, eine Octave einmal von die Beste umspannt.
00:32:27: Für mich hat sie etwas Frisches und ist total gut
00:32:30: singbar.".
00:32:32: Ja und ich habe es ja schon angekündigt!
00:32:33: Die Idee einer Kontrafaktur also Mehrfachverwendung für Melodien ist ja keine neue Erfindung.
00:32:40: das finden wir schon in der Praxis.
00:32:42: Piertat des Melika, dem von uns mittlerweile sehr häufig zitierten Gesangbuch.
00:32:48: Wir finden das auch bei Johann Sebastian Bach Koraltexte und Melodien neu kombinierte.
00:32:56: Und wir finden das teilweise auch so, dass zur gleichen Zeit je nach Region ein Text auf unterschiedliche Melodienen gesungen wurde.
00:33:05: Im neunzehnten Jahrhundert war es gar nicht unüblich für verschiedene Texte verschiedene Melodiene im Angebot zu halten oder den gleichen Text verschiedenen Melodinen im Angebot zu behalten.
00:33:16: Jedoch dem ob das für einen fröhlichen oder ernsteren oder traurigen Anlass gesungen werden sollte.
00:33:24: Also etwas, was durchaus aus der Praxis kommt und dem Menschen zugetan sein soll.
00:33:32: Das macht es uns für die Interpretation immer ein bisschen schwierig aber Paul Gehr hat's Texte lassen uns ja genug Raum.
00:33:40: so damit wären wir schon fast am Ende unserer heutigen Episode angelangt.
00:33:46: ich würde dich bitten Volker mit dem Fazit mit deinem Fazit abzubinden?
00:33:54: Ja, also ich bin heute mal ganz wenig musikalisch in meinem Fazit.
00:33:59: Ich fühle mich gerade maximal gut auf das Fingstfest vorbereitet und ich würde auch im nächsten Jahr dann wieder diese sechzehn Strophen von Poggert hervorholen und sie mir durchlesen weil ich finde wenn man Finksten für sich selbst definieren möchte... Mir persönlich!
00:34:20: Das ist ja mein persönliches Fazit.
00:34:22: Sind diese sechzehn Porgyrat-Strufen sehr
00:34:25: nah?
00:34:26: Ja, ich kann mich dieser Ehrerbietung vor dem Text sehr anschließen.
00:34:33: Für mich ist ein Gedanke der über das Jahr auch immer weiter wächst.
00:34:39: Der wird mir auch hier wieder sehr deutlich.
00:34:41: und gerade am Feiern des Pfingstfestes.
00:34:46: so große Feiertage sind irgendwie hilfreich, um bedeutende Ereignisse oder Einflussfaktoren in unserem Leben deutlich zu machen.
00:35:01: Aber wir neigen auch dazu, wenn diese Eregnisse dann vergangen sind.
00:35:05: Wenn die Feste gefeiert sind wie ein Alltrags-Trotz zu fallen und die Idee von Traxaspiratates Melika da sein sollte oder könnte.
00:35:25: Also, zum einen lese ich darin das Pfingsten entfest für alle ist nicht nur für die, die daran glauben sondern naja das heilige Geist mir auch heißt dass Gott zu seine Spuren jeden tag in unserem Leben hinterlässt und dass er auch teilweise ich sage mal so ein Trampelpfad vorgibt auf den wir uns begeben können ohne dass da ein großer Zwang hinter steckt.
00:35:51: Und das ist, was für mich auch so ein Learning ist aus der heutigen Episode nicht zwingend aufs Groß zu warten und den griechischen Impuls zu erwarten.
00:36:03: Manchmal einfach auf diese kleine Stimme zu hören und einen Schritt zu machen.
00:36:08: Einfach den Schritt in den Alltag ins Leben hinein und da gar nicht so viel Exklusivität für mich oder für das wofür ich stehe wie auch immer einnehmen zu wollen.
00:36:23: Damit wollen wir uns von euch verabschieden für diesen Monat, wir wünschen euch schöne Feiertage sowohl Himmelfahrt als auch Pfingsten!
00:36:31: Sollte ihr uns bisher noch nicht folgen so tut das gerne ganz kostenfrei beim Streaming an, biet eurer Wahl.
00:36:37: Hört doch auch gerne mal in die anderen Folgen, die wir zum Thema Paul Gerhard aufgenommen haben rein.
00:36:42: da erfahrte noch einiges über Biografie-Werdegangen und luterische Prägungen.
00:36:49: Schreibt uns auch gerne eure Meinung oder Kommentare, entweder bei euren Streaming-Anbietern.
00:36:54: Oder per Mail an Kirchenmusik mit einer Kanonostie oder über unsere Social Media Kanäle.
00:37:01: Schreibt es uns auch gern wenn ihr mal Ideen habt über welche Lieder wir hier in dieser Stelle mal in Zukunft sprechen sollen!
00:37:09: Wir freuen uns da auf Kontakt, Meinungen und Austausch.
00:37:15: Bis dahin sage ich alles Gute
00:37:17: Tschüss, herzliche Grüße.