Liedgedanken - Mit Liedern predigen

Transkript

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00:00:13: Hallo und herzlich willkommen zur Liedgedanken.

00:00:15: Mein Name ist Daniel Postzig, ich arbeite als Kirchenmusiker für die neue apostolische Kirche Nord- und Ostdeutschland Und ich begrüße mir gegenüber in Berlin den Berliner Dirigenten und Kirchen Musiker Volker Hedfeld.

00:00:25: Hallo Volker!

00:00:27: Hallo Daniel, herzlich Willkommen im Berlin und hallo zusammen ihr alle dort

00:00:32: draußen.

00:00:34: Ja es ist wirklich schön mal wieder eine Folge mit dir aufzunehmen Bei der wir uns auch zu gleichen Zeit im gleichen Raum befinden.

00:00:40: Leider bei den vollen Terminkalendern nicht die Regel, wir geben es zu.

00:00:45: Dennoch folgerlich befinden uns mitten in Paul Gerhard Ja und auch in unserer Beschäftigung mit Paul Gerhart Und wir sprechen heute über ein Stück Das für mich so ganz perfekt in dieser sommerliche Jahreszeit

00:00:59: passt Absolut!

00:01:01: Und das Lied ist mal wieder so Ein echter Allrounder.

00:01:05: Wir finden es im reformierten Gesangbuch, im evangelischen Gesangbuch.

00:01:10: Im menonitischen und selbstverständlich auch im apostolischen Gesamtbuch.

00:01:16: Ja?

00:01:16: Auch wenn ich die kleine Einschränkung geben möchte dass dieses im original achtzend Strophen umfassende Stück eben ne apostolische Gesangenbuch mit lediglich fünf Strophens doch wieder einer gewissen Kürzungstendenz unterlag.

00:01:31: Schwere Ausabnahme!

00:01:35: Einfach zu Anfangs nur einmal gesagt haben und wir wollen da gar nicht drauf rumreiten, aber es ist schon so dass in diesen achtzehn Strophen doch nochmal deutlich mehr passiert.

00:01:47: Ich bin in dieser Recherche tiefer in das Stück eingestiegen als es mir vom ersten Lesen und vom Kennen aus dem Gesangbuch so selbst vertraut war.

00:02:00: und meine Hoffnung ist gleich zu Beginn unseres Gesprächs Wir unseren Hörerinnen und Hörern vielleicht auch Lust darauf machen, sich auch mit den dreizehn uns eher unbekannten Strophen mal zu beschäftigen.

00:02:16: Da steckt nämlich richtig viel drin!

00:02:19: Ja

00:02:19: und bei so vielen Texten von Paget das Sammé ist schon hinlänglich und hinreichend immer wieder festgestellt sind es eben Gesamtkunstwerke die man eben dann auch in seiner vollen Länge genießen und auf sich wirken

00:02:34: lassen sollte.

00:02:35: Ja, und gerade die Loblieder das werden wir jetzt merken bis werden wir auch im nächsten Monat bei dem nächsten Lied merken.

00:02:43: ist es ja so... Wir stellen uns ja oder ich stelle mir zumindest häufig die Frage wenn ich auf die Biografie von Paul Gerhardt gucke.

00:02:49: wir haben Anfang des Jahres ausgiebig darüber gesprochen wie kann man so ein reines Loblied schreiben tragisches, so viele Schicksalsschläge erlebt hat?

00:02:59: und wenn man diese Loblieder mal in ihrer ganzen Textive auslotet stellt man fest ja das geht weil sich ein Auto wie Paul Gerhard erlaubt auch ich sage mal kritische oder zweifelnde Untertöne immer in das Lob mit einzubetten.

00:03:18: dadurch wird es ein großes Ganzes und sofort sehr viel griffiger.

00:03:21: Und wir werden heute und auch in der nächsten Episode feststellen dass Gerade bei den Lobliedern, die Psalmen sind ein ganz wichtiger Urgrund sind.

00:03:30: Und heute haben wir einen direkten Bezug zum Genfapshalter.

00:03:34: Wir werden in der nächsten Episode das so viel sei schon mal verraten auch etwas über den allgemeinen Zugriff von Paul Gerhardt auf die PSalmen

00:03:42: erfahren.".

00:03:43: So

00:03:44: dann sage ich mir einfach, dass reicht jetzt als kleine Ausblick?

00:03:48: Wie gefällte denn unser Lied heute überhaupt?

00:03:52: Ich mag es ganz gern!

00:03:55: Ich habe damit so eine kleine Biografie, meine Organistin-Karriere innerhalb der Neuer Pestulischen Kirche begann mit der Einführung des damals neuen Gesangenbuches also im Jahr zwei Tausend Fünf und damit war das eines von den ersten Stücken die ich so in die Finger bekommen habe ganz wortwörtlich.

00:04:16: Und es begleitet mich seitdem Immer wieder, weil es war so eine erfrischende Abwechslung ein spritziges Lied zu haben neben allen doch etwas gemächtlicheren Gemeindeliedern die sonst so gespielt wurden und gesungen

00:04:34: wurden.

00:04:36: Ja mir geht das ganz ähnlich.

00:04:39: ich kann mich nicht erinnern wann ich das erste Mal gespielt habe aber es wird auch nicht zu oft gesungen finde Also eher seiten zumindest bei uns in der

00:04:52: Gemeinde.

00:04:52: Aber das kann ich für uns nicht sagen, wir singen das zumindest wenn ich Dienstur doch, wenn es dem Kirchenjahr angemessen ist recht regelmäßig?

00:05:00: Ich

00:05:00: kann mich an einen evangelischen Gottesdienst erinnern den ich auch gespielt habe wo ich Organismus des Gottesdienstes war, wo alle achtzehn Strophen auf den Gottesdiens verteilt waren und die Predigt hat.

00:05:12: tatsächlich wurde unterbrochen weil dann die nächsten drei oder vier gesungen wurden.

00:05:17: Das war

00:05:18: total spannend.

00:05:19: Es wird ja sehr gerne um den Sonntag Kantate herumgemacht.

00:05:22: Das

00:05:22: war so ein Sonntrag,

00:05:23: genau.

00:05:24: Also vielleicht nur als kleinen Einschub die Sonntage im Kirchenjahr haben einen bestimmten Namen und mit diesem Namen verbunden ist auch immer eine gewisse Form und ein gewisser Inhalt.

00:05:36: das ist etwas was wir aus neuer psychischer Traditionen außerhalb der festgeprägten Zeiten nicht kennen, aber es gibt Sonntagkantare und Kantate.

00:05:47: Und Lettare freut

00:05:49: euch.".

00:05:50: Aber kurz zusammengefasst das ist ein total beliebtes Stück glaube ich bei allen Gemeinden und ich glaub's liegt auch daran weil das so kurze Strophen ist sehr prägnant deswegen auch sehr gut Lernbar beziehungsweise man behält das ist quasi eine Ohrwurmgeschichte.

00:06:11: Genau, das hat ja was mit der melodischen Qualität zu tun.

00:06:14: ich glaube die also der Tanzcharakter der drinnen steckt dass das Hüpfen und Springen der überschaubare Ambitur sind all das worauf wir später musikalisch noch zu sprechen kommen hat ganz viel zur Popularität beigetragen.

00:06:29: genau wie du richtig sagst.

00:06:30: es glaub ich auch die kürze einzelnen Strophen hilfreich um da viel struktur anzunehmen

00:06:35: Genau.

00:06:35: Ich erinnere mich an ein Instrumental-Beiwerk unserer Kirche, was der Verlag herausgegeben hat mit ganz vielen Setzungen von Kassenburg Koski, den wir beide gut kennen.

00:06:47: Er hat dieses Heft ich singe die ihm mit Herz und Mund genannt wo es eigentlich um Instrumentarmusik geht.

00:06:53: also ganz prägnanter Titel auch darüber hinaus

00:06:58: Ja willkommen.

00:06:59: gleich nochmal auf den auf den Titel zu sprechen der ja auch immer bestimmte Assoziationen auslöst.

00:07:05: Ich habe jetzt vorhin schon angeteased, dass wir ein bisschen über den Genfapshalter sprechen wollen.

00:07:11: Bevor wir jetzt da so ein bisschen das kleine Spezialthema abgeleiten ... Du wirst mich zu Not bremsen!

00:07:18: Das weiß ich.

00:07:19: Hau doch vielleicht mal gerade so ein paar allgemeine Informationen zum Stück raus, dass es für alle auf dem gleichen Stand sind.

00:07:25: Also speziell über die Melodie würde ich gerne erstmal was sagen, wie ich weiß nicht ob wir's schon gesagt haben?

00:07:32: Johann Krüger heute schon genannt wurde.

00:07:35: Aber ja, im Nordpasturischen Gesangbuch ist diese Melodie in drei Halbetakten

00:07:41: notiert

00:07:42: steht den F-Dur und das besondere an dieser Melodie ist dass sie ohne die sonst typische siebte Stufe der Tunleiter auskommt.

00:07:52: außerdem betont sich sehr häufig die sechste Stufe dieser Leiter und das verleiht ihr einen modalen fast pentatonischem Charakter.

00:08:04: Rhythmisch, das lohnt sich total, dass man da mal ins Original schaut.

00:08:12: Denn jeder Collider wird feststellen, wenn man das dirigieren will und man macht es so wie es noch ein Gesamtbuch

00:08:20: abgedruckt ist.

00:08:21: Man fängt sogar auftaktig an.

00:08:23: So beginnt das ja bei uns.

00:08:24: Und dann in einem drei halbe Takt fortzufahren, wird feststellend, dass es einen Störgefühl gibt.

00:08:32: Also ich finde erstens es fängt eigentlich nicht auftaktig an, sondern Krüger hätte nicht mit einer halben beginnen müssen wenn er das als Auftakt meint.

00:08:40: Das heißt ich singe so und deswegen wird man gerade wenn man das Original sieht zwei Dinge feststellen.

00:08:49: Erstens da stehen gar keine takte.

00:08:52: zweitens sollte man takte reinschreiben müssten es ständige wechsel sein aus vier ran und dreiern Vier halbe und drei halbe.

00:09:01: Und dieser gestus Das passt also total schön, weil er tänzerisch ist zu diesem wunderschönen fröhlichen und psalmhaften Charakter

00:09:12: des Stückes.

00:09:14: Ja mit Psalmhaft baust du mir jetzt direkt die Rampe um kurz abzuweichen bevor ich das mache.

00:09:23: Ich war Anfang des Jahres auf einer Tagung und habe innerhalb der Tage an einem Kursteil genommen wo wir uns im Tanzen probiert haben zu eben unter anderem auch diesem Lied und das ist ganz spannend, dass man diese Barocken- und Spätrenaissance Schreittänze.

00:09:49: die passen ganz hervorragend auf diese Musik.

00:09:51: Und es ist wirklich ganz nah bei und ich habe zum ersten Mal wirklich auch körperlich ausprobiert und erfahren und auch Freude dabei entwickelt.

00:10:00: Es ist echt cool solche Koräle Tanzen, weil ja ich stehe hier und singe Tobi Welt und Springer.

00:10:08: Und da kann man einen Sprung einbauen und was weiß ich nicht alles?

00:10:10: Das ist schon ziemlich cool eine ganz spannende Erfahrung.

00:10:14: Okay Jetzt hast du Johann Krüger erwähnt.

00:10:19: Ursprünglich ist dieses Lied wir wissen es oder ihr zuhörenden Ahn des vermutlich natürlich mal wieder erschienen in Praxis Pietates Melika dem berühmten Gesang Buch Krügers.

00:10:32: Jetzt könnte man meinen, wenn Johann Krüger ein Gesangbuch rausgibt.

00:10:35: Dass Krüga natürlich auch die ganzen Melodien geschrieben hat.

00:10:38: Zumal wir, wenn wir heute ins Gesangbuch gucken immer den Namen Johan Krügers sehen.

00:10:43: Der Krüge hat aber gar nicht so viele Melodinen selbst geschrieben.

00:10:46: er hat ganz viele Meloden ganz schlicht und ergreifend adaptiert hat er teilweise Melodien zugeschrieben.

00:10:54: Also beispielsweise sollte unser Lied, ich singe dem in Herz und Mund eigentlich über die Melodie Lob Gott ihr Christen allzu gleich gesungen werden.

00:11:03: So hat übrigens auch Johann Sebastian Bach das Ganze vertont und sind einer späteren Ausgabe erst also nicht in der Erstauflage.

00:11:11: zweitratviert erscheint dann in Praxis Pietat des Medika Die heute gebräuchliche Melodie.

00:11:19: Die hat Krüger eigentlich geschrieben für das Lied.

00:11:22: nun danket all und bringt er.

00:11:25: Das ist ebenfalls ein Text von Paul Gerhardt, und da greift der Textstellen aus dem Buch Jesus Sirach auf – und zwar exakt die gleichen Textstellen, die auch Martin Rinkert schon verwandt hat für sein, ich glaube, das weltbekannte Danklied schlechthin.

00:11:47: Nun danket alle Gott!

00:11:50: Jetzt müsste.

00:11:51: es wäre müßig darüber zu spekulieren, inwiefern versucht hat Krüger quasi ein neues für seine Zeit typisches und dankend alle Gott zu schaffen.

00:12:01: Und wie fern er da mit Rinkard der viel früher geschrieben hat, da in Konkurrenz zu treten?

00:12:07: Aber den Weg machen wir, machen wir gar nicht auf!

00:12:12: Wir bleiben bei unserem Text und unserer Melodie also... Bedient sich so habe ich es gelesen einer Melodie des Genfabsalter und wieder so ist.

00:12:24: wenn ich so eine These lesen möchte sie auch nachvollziehen.

00:12:28: Und hab mir dann auch mal druck das gen fabsalters angeguckt.

00:12:33: und ja, es stimmt tatsächlich.

00:12:35: was ist jetzt aber der gen fab salter?

00:12:37: wir werden ihn hoffentlich solange unser podcast fährt noch was ein oder andere Mal erwähnen.

00:12:44: der Genfapshalter und das habe ich in einem Gespräch mit einem Kollegen herausgefunden, ist das älteste Gesangbuch der Weltstand heute.

00:12:55: Weil es das einzige durchgehend in Benutzung seihende Gesangbuch seit fifteenhundertzeigundsechzig ist also seit fünfzehnhundertsechzeig bis zum heutigen Tag wird aus dem Genfapsalter gesungen.

00:13:11: Es ist leicht modernisiert worden, es gab Übersetzungen in nöschliche Sprachen und so weiter.

00:13:17: Aber im Grunde genommen haben wir jetzt also vierhundertachzig Jahre knapp wird dieses Gesangbuch verwandt.

00:13:26: seit fifteenhundertdreiundsiebzig wird in deutscher Sprache daraus gesungen.

00:13:31: So was war die Idee des Genfabshalters?

00:13:34: Genf ist Schlüsselwort.

00:13:36: Wir reden hier von den Schweizer Reformatoren Und die Idee des Genfapshalter war die Nutzbarmachung der Psalmen aus der Bibel, aber nicht in datanischer Sprache und auch nicht im sektierhaft katholizistischen Gestus des Psalmodiens.

00:14:01: Das sind nicht meine Worte, das ist so eine Idee der Schöpfer gewesen sondern etwas was dem Volk zugänglich ist Also eine Melodiosität, die von musikalischen Leinen vom Gemeinnemittlitz singbar ist in der jeweiligen Muttersprache.

00:14:17: Aber und das ist die Einschränkung – das finde ich ganz amüsant – in einer Art und Weise dass es nicht zu affektierend ist.

00:14:26: Dass es nicht so sehr den Körper anspricht, dass es eben nicht tänzerisch ist.

00:14:32: Der Genf-Abshalter ist er eher nüchtern gehalten.

00:14:36: Wir werden, da wir einige Stücke aus dem Genfab Salter bzw.

00:14:40: angelehnt daraus in unserem Gesangbuch haben, da bestimmt noch mal eine ganze Reihe zu machen.

00:14:47: aber an dieser Stelle nur kurz der Hinweis die Melodie bezieht sich auf den Psalm oder auf die Melodie zum Psalmen.

00:14:55: sieben und neunzig Phrasen hat Krüger aus diesem Genfapshalter komplett übernommen, Andrade an dem Text entsprechend angepasst und ist dann eigentlich ganz gegen den Geist dieses Stückes ein bisschen beschwingter- und tänzerischer gefasst.

00:15:15: Das ist doch so dass es im Kinderkorbbuch der NAK diese Stück mit dem vollen von dir genannten Texte einen ganz hübschen Satz gibt oder?

00:15:26: Das leitet ja schon zum gemeinsamen Musikieren.

00:15:28: übrigens wer sich Das Original mal ansehen und sich das Original mal annähmen möchte, findet einen Satz von Krüger.

00:15:38: Verfählst du den Chor auf JohannKrüger.de.

00:15:41: Es gibt auch Ausgaben des GEMFAP-Zeiters.

00:15:46: Diese sind einstimmig Und manchmal gibt's da eine schöne Abwechslung

00:15:51: für den Gemeindekorb.

00:15:53: Ja vielen Dank für diesen sehr praxisorientierten Tipp.

00:15:59: Ich hab ... sehr gute Erfahrungen damit gemacht, einfach mal auch so nennen wir es mal... ... Derivate einer bekannten Melodie zu nehmen und sie durch die Gruppen wandern zu lassen.

00:16:10: Gemeindekor, Kindergruppen und gemeinde Gesang selbst.

00:16:16: Jetzt schauen wir nochmal auf den Ursprung bevor wir uns nicht nur auf die fünf Strophen des NAK-Gesangenbuch sondern in der ganze Zeit den achtzehn Strophens dieses Textes stürzen wollen.

00:16:32: Wir wissen nicht ganz genau, wann das Stück geschrieben wurde – wir wissen ja immer nur, wann es gedruckt wurde!

00:16:38: Es scheint so zu sein dass es unmittelbar nach dem Ende des dreißigjährigen Krieges von Paul Gerhardt geschrieben wurden.

00:16:46: Es erscheint unter den ersten achtzehn Paul-Gerhardt-Liedern in Praxis Pietatis Melika.

00:16:54: kleinere Randbemerkung Paul Gerhardt wird bei Praxispietat des Medikans nie als einer der Autoren namentlich erwähnt.

00:17:03: Also es werden andere Autoren namendlich im Deckplatt erwähnend, aber Paul Gerhart obwohl am Ende in den letzten Auflage die meisten Lieder von Paul Gerhards sind heißt das nur von verschiedenen Autoren.

00:17:16: Aber sein Name taucht da im Deckplatz und in der Titelgebung erstaunlicherweise nie auf.

00:17:28: Naja, Ende des Dreißigjährigen Krieges und es steckt wirklich voller Theologie.

00:17:33: Und fangen wir doch beim Titel an Volker.

00:17:37: Ich ahne schon woran du denkst wenn ich die beiden Stichworte Herz und Mund reingebe.

00:17:43: So circa vor zehn Jahren über einem Bachfest aus Leipzig gab's einen Hoodie den auf einmal verschiedene Co-Leiter Kollegen trugen Und er war vorne drauf, ganz großgedruckt.

00:17:58: Herz und Mund und Tat und Leben.

00:18:01: Mittlerweile ist der Vergriffen.

00:18:03: also als ich anfing überhaupt darüber nachzudenken auch so ein Ding anzuziehen gab es ihn nicht mehr.

00:18:09: Das ist der Titel der Bachkantate.

00:18:11: BWV- onehundert siebenundvierzig unfachsbar prachtvolle Eingangskohle Weißt du.

00:18:19: natürlich wüssten unsere Höhen und Höhre vielleicht auch lohnt sich aber es vor allem berühmt wegen In zwei Koralbearbeitungen von Jürgen Sebastian Bach.

00:18:31: Am Ende der Mitte wohl mir, dass ich Jesu habe und am Ende Jesus bleibt meine Freude.

00:18:38: Zwei mit den gleichen Musik!

00:18:40: Und dann fällt man auch noch so ein

00:18:42: Sprichwort

00:18:42: ein wem das Herz voll ist.

00:18:45: Dem geht der Mund über.

00:18:48: Genau an dieses Sprichwort aber auch in die Kantate zu gündermaßen musste ich auch zuerst denken.

00:18:58: Aber bei diesen Sprichworte, das führt man ja so gerne vielleicht leicht auf der Zunge.

00:19:04: Und erst als ich es recherchiert habe, fiel mir auf, oh!

00:19:06: Das ist ein Sprichwort, dass biblische Wurzeln hat.

00:19:10: Und zwar findet man eine Anlehnung im Matthäus-Evangelium.

00:19:15: da haben wir das zwölfte Kapitel mit dem Pferd vierund dreißig.

00:19:19: dort steht dann wörtlich wovon das Herz voll ist.

00:19:23: davon redet der Mund und Das ist schon eine heikle Stelle im Matthäus-Evangelium.

00:19:31: Es beleuchtet an dieser Stelle eigentlich das, was wir heute eine Doppelmoral nennen würden.

00:19:38: Also wie könnt ihr Gutes reden wenn ihr böse seid?

00:19:43: Wenn ihr eine böse Gesinnung habt?

00:19:45: Das fragt Jesus in diesem Streitgespräch im XII.

00:19:48: Kapitel und es ist gar nicht als so eine positive Formulierung gemeint.

00:19:54: Das heißt ja nicht nur, dass wir nicht an uns halten können.

00:19:59: Wenn wir total happy sind über was und ich denke so gerade wenn man Kinder beobachtet, wenn ich meine eigene Tochter anschaue ist das die Kinder überschlagen sicher dann wenn etwas tolles in der Vorerwartung steht oder was tolles passiert ist.

00:20:17: Dann kommen die Worte schneller aus dem Mund als es die Zunge richtig artikulieren kann.

00:20:23: Das heißt aber auch, dass Herz und Mund da so eine gewisse Einheit bilden.

00:20:27: Dass die einen kurzen Weg haben.

00:20:30: Und das ja unser Verhältnis zum Geist ... Da auch noch mit rein funkt.

00:20:41: In

00:20:42: einer früheren Folge haben wir schon davon gesprochen, dass das Herz als Sitz des Blutes für die Regulation von Gefühlen, von Leidenschaft.

00:20:52: Aber auch von Willen und Glauben und so weiter anspricht.

00:20:57: Der Mund hat demnach die Aufgabe, das Innere zu offenbaren.

00:21:01: Das ist ja in gewissen Sinne eine Ermanung sich nicht zu verstellen und die Emotionen nicht auf einen Umweg über das Gehirn zum Mund zu schicken.

00:21:12: Ich glaube dass wäre nicht immer so angenehm.

00:21:16: Ja ich kann mir auch nicht vorstellen dass es im Sinne der christlichen Lehre ist, dass wir alle Höflichkeiten über Bord werfen sollten.

00:21:26: Aber gut ja schauen wir auf die Architektur.

00:21:32: also unser Text hat achtzehn Strophen und auch den ersten drei Strophens im NGB.

00:21:40: Die vierte NGB-Strophe macht dann einen Sprung.

00:21:43: es ist die zwölfte im Gesamtkontext.

00:21:47: Die fünfte Strophe, die wir abgedruckt haben ist dann die Nummer drei zehn.

00:21:52: Jetzt könnte man sagen das ist ja eigentlich ganz voll voll ökonomisch gedacht.

00:21:59: also fünfmal danken muss doch reichen oder?

00:22:05: Und was dann dazwischen passiert?

00:22:07: diese ganzen Königsmetaphern christkönig und was weiß ich nicht alles ist doch alles gar nicht mehr zeitgemäß.

00:22:13: Ich nehme mich vielleicht so ein bisschen die Purante jetzt schon vorweg.

00:22:21: Damit verbaut man sich die Möglichkeit, mit Lieder nicht nur zu predigen wie es das Untertitel unseres Podcasts ist sondern mit und durch Lieder zu beten.

00:22:33: also es ist ja auch eine Form von Gebetspraxis sich vielfach und auch mit unterschiedlichen Sprachbildern der gleichen Thematik immer wieder mal zu widmen.

00:22:46: okay Dann mal weiter, wo geht's hin mit den Gedanken

00:22:50: gerade?

00:22:52: Also ich denke dabei an die Praxis des Herzensgebetes zum

00:22:58: Beispiel.

00:22:58: Stopp!

00:22:59: Herzens Gebet.

00:23:01: ist das ein Fachausdruck?

00:23:04: Ja erstaunlicherweise ist ein Fach Ausdruck des Herzens Gebet etwas was aus der orthodoxen Kirchentradition kommt.

00:23:15: Es ist aber auch ein beliebtes Mittel in spiritueller Praxis und auch im christlicher Mystik.

00:23:24: Das Gebet ist so ein bisschen wie ein Mantra, es besteht aus der beständigen Wiederholung eines Satzes.

00:23:32: üblicherweise ist der Herrsatz Jesus Christus Erbarme dich meiner!

00:23:38: Verbunden mit bestimmten Atemintervallen also dass du das immer auf eine Atemlänge sagst usw.. Ist das eine religiöse Meditation?

00:23:50: Also, eine Vertiefung in diese Idee.

00:23:52: Herr Jesus Christus erbarme dich meiner und die Idee ist dass ich dieses Gebet nicht willendlich steuere sondern dem Geist in mir, dem Geists Gottes Raum schaffe meine Gedanken zu führen.

00:24:08: und in dem Sinne sind so sehe ich auch so kurze Liedabschnitte mit vielen, vielen Strophen.

00:24:18: Die führen uns in eine ähnliche Praxis weil wenn ich jetzt sage ich habe vor alle achtzehnt Strophens zu singen Ich behaupte so spätestens ab der neunten strophe erwartet kaum noch jemand das Jetzt die große textliche revolution stattfindet.

00:24:34: also Es hat schon was wie lange auf einen gemälde schauen und ich glaube auch dass das absicht ist bin ich an Zum Beispiel diese großen Gemälde von Hieronymus Bosch, denke ich.

00:24:46: Die sind so riesig und so detailreich... ...und die laden ja auch einen zu meditieren.

00:24:53: Und du kannst eine halbe Stunde auf dieses Bild schauen... ...die wirst immer noch sagen ach da!

00:24:57: Achja genau, da ist ja auch noch was.

00:25:00: Also ich glaube dass gerade so strophentensive Lieder uns auch gedanklich auf ein Pfad führen wollen.

00:25:08: Genau und Paul Gerhardt?

00:25:10: Er hat bestimmt auch das gedacht, also natürlich hatte der immer furchtbar viel zu sagen.

00:25:16: Brauchte vielleicht auch achtzehn Strophen dafür.

00:25:18: aber so dass Thema Zeit nehmen und Raum greifen lassen ist bestimmt seins gewesen.

00:25:25: Ja und auch wenn es komisch klingt Für mich wäre das eine echte Gottesdienst.

00:25:33: Intensivierung Also auch wenn wir das grundsätzlich nicht steuern oder beschwören können.

00:25:40: Der Soziologe Hartmut Rosa spricht in seiner Resonanztheorie von der Unverfügbarkeit, also dass gerade dort wir in Einklang kommen mit dem Thema, mit dem wir uns beschäftigen ist kein Zustand den wir bewusst darauf beschwören können.

00:25:59: Er entzieht sich auf eine gewisse Art und Weise.

00:26:06: Also unsere Zuhörer denken, wir hätten schon längst.

00:26:09: Aber jetzt geht's wirklich in Medias Rees!

00:26:11: Ich lese mal den Text der ersten Strophe...

00:26:37: Die erste

00:26:37: Strufe.

00:26:39: Ich

00:26:40: singe dir mit Herz und Mund, Herr meines Herzens Lust!

00:26:44: Ich sing' und mach auf Erden kund', was mir von dir bewusst.

00:26:51: Über Herz und Munt haben wir ja bereits ausführlich gesprochen.

00:26:53: Kommen wir zu den nächsten

00:26:55: Fersen – ich

00:26:57: mag das Wort oder die Wörter «Herzen zur Lust».

00:27:02: Die spricht

00:27:03: man schon genauso wie es sich auch inhaltlich anfühlt.

00:27:07: Sehr sehr charmant, aber spannend ist dieser Missions- beziehungsweise Bekenntnisaufruf es auf Erdenkund zu

00:27:16: tun.

00:27:18: Und genau da steckt was richtig cooles so in der Formulierung.

00:27:25: Gerhard schreibt ja ich singe mach auf Erdenkund was mir von dir bewusst.

00:27:30: und das is mehr als dass was ich von dir gehört habe mehr als das was im Gottesdienst erzählt wurde oder das, was ich von dir weiß.

00:27:40: Das Bewusstsein ist etwas, was so auf die feinstoffliche Ebene hineinreicht.

00:27:47: Es berührt eine emotionale Ebene, eine gefühlte Wirklichkeit.

00:27:52: und das zweite tolle Wort... Und es bleibt dabei!

00:27:58: Das ist Donald in Berlin.

00:28:00: Ich mache etwas kund, ich tue etwas kunt.

00:28:04: Kundtun ist ja auch wiederum mehr als nur etwas sagen.

00:28:08: Es ist etwas verkünden, es hat einen, ich möchte beinahe sagen heraldischen Charakter also sein Ausrufen ein.

00:28:17: Ich stehe hier und kann nicht anders.

00:28:20: Übrigens spannend wird das bei der Beziehung von Herz und Mund.

00:28:24: Also dass Herz erkundet es macht sich Dinge bewusst während der Mund Nicht eher kundetsenden fair Kündet.

00:28:35: Man könnte das natürlich jetzt als Antiquitiert, also als antiquitierte Sprache abtun aber... So einfach ist es dann doch

00:28:44: nicht!

00:28:44: Lass uns mal weiter auf die Suche gehen.

00:28:48: Strophe

00:28:49: zwei

00:28:51: Ich weiß dass du der Brundergenat und ewige Quelle bist daraus uns allen früh und spart viel Heil und Gutes

00:29:01: fließt.

00:29:04: hier haben wir jetzt die ewige das bewegte Wasser.

00:29:08: Was ist der Mensch ohne

00:29:10: frisches Wasser?

00:29:12: Das ist so ein universales Bild vom Leben, ich finde das immer toll!

00:29:17: Dritte Strophe – was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erde, dass uns Ohr Vater nicht von dir allein gegeben wird und es jetzt grammatikalisch echt spannend klingt komplizierter als es ist.

00:29:29: Wir haben zwei rhetorische Fragen.

00:29:32: Wenn wir es ökonomisieren würden dann hieß es vielleicht einfach Ohne dich hätten wir doch nichts auf dieser Erde und das ist so eine Art Doppelpunkt, der jetzt in den kommenden zehn Strophen ausgeführt werden

00:29:48: kann.

00:29:50: Wahrscheinlich wäre es dann doch etwas viel wenn mir jetzt auf alle achtzehn Strophenschauen.

00:29:55: Außerdem wäre es irgendwie auch ganz schön mal Musik zu machen oder Musik zu hören.

00:30:01: Ich schlage vor, wir hören jetzt mal zwei bis drei Strophenn die nicht im Nobbysturschen Gesamtbuch zu finden sind.

00:31:16: Jetzt sind immer noch sechs Strophen übrig bis zu unserem Abschluss im NRK-Gesangbuch, wir haben ja vorhin über die Entstehungszeit gesprochen Ende des Krieges.

00:31:26: es hat auch ganz viel mit dem Wunsch von oder nach politischer Stabilität zu tun und das bedeutet aber auch den Erhalt herrschaftlicher Linien und vor allen Dingen einer gütigen dem Volk zugewandten und stabilen Regierung?

00:31:41: Ja weil ... demokratischen Regierung ja noch nicht erfunden war.

00:31:47: Oder von der politischen Dimension möchte ich da jetzt noch einmal zurück zur Strophe neun und zehn.

00:31:55: sie vorlesen und mit dir darüber

00:31:57: sprechen,

00:31:59: denn die beiden Strophens sind

00:32:01: echt

00:32:01: schön und spannend.

00:32:03: Strophe Neun!

00:32:05: Du strafst uns Sünder mit Geduld

00:32:08: und schlägst

00:32:10: nicht allzu sehr ihr.

00:32:12: endlich nimmst du unsere Schuld Wirfst sie in das Meer.

00:32:19: Zehntestrufe, wenn unser Herz säufzt und schreit, wirst du geleicht erweicht und gibst uns was uns hoch erfreut und dir zu ihr

00:32:32: gereicht?

00:32:33: Ja ich verstehe schon worauf du hinaus willst.

00:32:36: Strafen mit Geduld klingt so ein bisschen wie demütigen durch Freundlichkeit extra dickes Trinkgeld geben, obwohl man dafür nichts bekommen hatte oder so.

00:32:50: Aber ich glaube schon dass da was anderes hintersteckt.

00:32:52: Es geht ja nicht hier... Oder sagen wir mal das Wort Strafe ist ja nicht als B-Strafung gemeint sondern Strafe meinte auch wie straffen also eine Korrektur durch Selbsterkenntnis durch Buße.

00:33:10: am Ende der Buße steht dann praktischerweise Vergebung, Vergebungs- und Schuldvergebung von Sünde in dem er sie ins Meer wirft.

00:33:19: Und anders als wir das heute am Plastikproblem im indischen Ozean sehen konnte man vor zweieinhalb bis dreieinzig Jahren noch sagen wenn was ins Meer geworfen wird ist es auch wirklich weg also etwas was endgültig verloren werden soll.

00:33:38: dass geht ab ins Meer.

00:33:40: Das hat mir besonders gut gefallen, dass mit dem Meer.

00:33:43: Ja in der zehnten Strophe wird eine große Brandbreite vom Seufzen bis zum Schreiben aufgemacht.

00:33:49: das erinnert natürlich sprachlich an Philipp Salmon.

00:33:53: Die Nähe zur neunten Strophe zeigt mir, dass für Gerhard Freud und Leid ganz nah beieinander liegen und es immer passieren kann.

00:34:02: Auch hier ist die Formulierung Gott nimmt sich nicht nur unserer Seufze an Er verwandelt sie ihn etwas Dass ihm zu Ehre

00:34:09: gereicht.

00:34:11: Ja, und da muss ich an einen Abschnitt aus Psalm acht denken.

00:34:17: Dieser Abschnitt beschäftigt mich schon ganz lange.

00:34:19: Da heißt es ja aus dem Mund der Kinder- und Säuglinge schaffst du dir Lob?

00:34:24: Und weiter geht's dann, dass dadurch die Feinde entsprechend versportet werden.

00:34:29: auch spannend hier das hier nur das Herze säuft und schreit nicht der Mund.

00:34:37: also vielleicht kann man So lesen, dass in der Kommunikation mit Gott es manchmal schon reicht wenn das Herz etwas äußert.

00:34:46: Das muss der Mund gar nicht erst tun.

00:34:49: Na ja so da fängt ihr auch Glaube an.

00:34:52: ich finde das wunderschön.

00:34:54: aber jetzt

00:34:55: komme endlich zu meiner vierten oder der im original zwölften Strophe.

00:35:04: du fühlst des Lebensmange aus mit dem was ewig steht und fürst uns in das Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht.

00:35:17: Das ist wirklich schön!

00:35:19: Da steht ja so etwas Ewiges drin.

00:35:23: Aber für mich ist es die erste Hilfe.

00:35:25: du füllts des Lebens Mangel auf.

00:35:28: Das heißt ja nicht dass uns was irdisches fehl, das mit Geld Schönheit macht oder wissen, wirklich auffüllen könnte sondern mit ewigen Dingen Geistlichen

00:35:41: Gaben.

00:35:43: Ja und da steige ich direkt mit ein für die zweite Hälfte dieser Strophe Es gibt hier eine ganz spannende Formulierung, die Paul Gerhardt für das Sterben verwendet.

00:35:51: er schreibt ja wenn uns Die Erd entgeht Also nicht so Wenn wir diese Erde verlassen oder wenn wir von ihr gehen oder sowas.

00:36:03: Da steckt ja so ne Idee Der Zeit hinter.

00:36:07: also das Leben der anderen geht weiter Die Erde dreht sich ja weiter.

00:36:13: Die Welt, die Erde entgeht

00:36:15: uns.".

00:36:16: Weil unser Daseinszustand dann pausiert will ich jetzt nicht sagen aber er hält hier an wir sind da nicht mehr Teil dieses Erdgeschehens und es schreibt das aber irgendwie auch so ganz nüchtern ohne Bitterkeit.

00:36:36: Es schreibt einfach wenn uns die Erden geht.

00:36:38: Das finde schon eine sehr starke, gelassene Haltung.

00:36:43: Ja das ist es!

00:36:45: Ich habe ehrlich gesagt so noch nie darüber nachgedacht.

00:36:50: Zum Schluss dann bitte jetzt die Strophe Dreizehn also dem Originalstrufe Dreizehn Das ist die Schlussstufe unseres Gesangbußes ist Nordpisturchengesangbus.

00:37:04: Wohl

00:37:05: auf mein Herzen singen und springen Und habe guten Mut Dein Gott.

00:37:11: der Ursprung allerdings Selbst und bleibt dein Gut.

00:37:18: Also ich kann schon verstehen, dass man diese Strophe jetzt an den Schluss setzt.

00:37:24: Das formuliert ja so eine Überzeitlichkeit ist selbst und bleibt auch die individuelle Ansprache ein bisschen wie bei Lube den Herrn meine Seele Ich spreche damit mir selbst Und gar nicht ermanen sondern ganz happy eigentlich und mit tanzen und singen

00:37:45: Ja, anders als das Original.

00:37:47: Also die original achzehnte Strophe ist dann eher ein bisschen ermahnt.

00:37:53: Ich werfe es jetzt nochmal so zum Abschluss rein.

00:37:57: Ein nun so lass ihn ferner tun und red ihm nicht da rein!

00:38:02: So wirst du hier im Frieden ruhen und ewig fröhlich sein.

00:38:07: Red ihm nicht darin?

00:38:08: Das ist schon so ein Rhetorisches auf den Finger klopfen.

00:38:14: Aber auch hier wird dann nochmal anders über das Sterben gesprochen.

00:38:19: Hier steht dann, hier wirst du im Frieden ruhen und ewig also quasi dort ewig in diesem anderen Wesenszustand fröhlich sein.

00:38:28: Und wir haben in der letzten Episode ja mal kurz über das Thema Ask Moriendy Also diese Sterbekunst gesprochen.

00:38:37: und bei Paul Gerhard ist es ja weniger so ein stoischer Fatalismus Und auch weniger dieser Totentanzgedanke, Tod der große Gleichmacher.

00:38:48: Sondern es ist so ein vertrautes Hinwenden-Hinschauen auf diesen Augenblick des Friede und Freude da lohnt wird das Leben im Glauben und die Gottgefälligkeit sämt.

00:39:05: Ja dafür lohnt es sich dankbar zu sein!

00:39:07: So sind wir jetzt am Ende und dann gäbe es wieder unsere Fazit.

00:39:14: Wenn ich anfange, muss ich feststellen dass je mehr wir über Paul Gerhard nachdenken um so Redundanter werden

00:39:25: meine Fahrzits.

00:39:26: Also

00:39:27: tatsächlich so wie bei fast allen seinen Stücken es lohnt sich einfach alle Strophen zu lesen.

00:39:35: Paul Gerhardt wenn wir seine Biografie sehen

00:39:39: und

00:39:41: mit in unsere Überlegung einfließen lassen ist Ein Dennochlober, aber so dass man es eben nicht anhört.

00:39:49: Dass das ein Dennoch

00:39:50: ist!

00:39:51: Eine Freude am Glauben und eine Freude an Gott loben, das so anstecken und macht ihn glaube ich auch einzigartig.

00:40:05: Das ist ja bei so einem Lob-undantlied wieder ganz im Vordergrund

00:40:09: für mich auch.

00:40:11: Das kann ich total nachempfinden.

00:40:13: Ich würde in meinem Fazit gerne nochmal auf die Formen zu sprechen kommen, also einerseits die Tatsache dass dieses Lied Achtzehn Strophen hat und wir ja kurz über diese Praxis des Herzensgebees gesprochen haben.

00:40:29: Ich würd mir wünschen mal wirklich diese musikalische Kirchengemeindenmeditation ... zu machen.

00:40:39: Und sie wirklich einfach mal alle zu singen, diese Strophen und auch... ...obwohl jedes Wort mit Bedacht gewählt ist nicht jedes Wort so auf die Goldfarge legen und einfach es wirken lassen.

00:40:51: ich glaube manchmal... ...und das habe ich auch für mich wieder beim Recherchieren und beim Vorüberlegen festgestellt ist,... ...es... ...die Unverfügbarkeit des guten Gedankens ist irgendwie was total Tröstliches.

00:41:07: Es nimmt uns ja auch... So ein bisschen den Druck raus, also zum einen den Druck immer dankbar sein zu müssen.

00:41:12: Immer das Körnchen zu finden für dass man dank kann.

00:41:14: hast du heute schon gedankt?

00:41:15: Das kann eine gefährliche Waffe sein.

00:41:19: so ne Aussage aber einfach zu sagen hey ich lasse mich jetzt darauf ein ich lasste die Gedanken schweifen und vielleicht kommt was vielleicht kommt nichts.

00:41:26: Ich kann es nicht steuern und lenken.

00:41:27: das schafft dann so eine Gelassenheit in Ruhe die ich mir für mich Wünsche, die ich aber auch uns allen wünsche weil wir oftmals doch sehr auf den Effekt hin arbeiten und dann auch mit vielleicht manchmal ein bisschen zu viel Druck ins Musikieren gehen.

00:41:43: Weil wir sagen Uhrzeit sind noch elf Strophen wie kann ich jetzt die Orgel umregistrieren damit es nicht langweilig wird?

00:41:50: Und da einfach auch mal Druck rausnehmen und Gelassenheit üben in der großen Menge an Strophens usw.. Das ist das, was ich für mich üben möchte.

00:42:03: Das ziehe ich als Fazit da für mich raus und wir hoffen dass auch für euch ein fazitfähiger Gedanke in unserem kleinen Gespräch mit dabei war.

00:42:15: wie immer gilt der Aufruf an euch folgt uns gerne das kostet euch nichts.

00:42:21: hört rein empfehlt uns gerne weiter und schreibt uns doch mal eure ganz eigenen Liedgedanken.

00:42:29: bis zum nächsten Mal alles Gute

00:42:31: Herzliche Grüße und Tschüss!